Sassoons Kommentar

Sassoons Kommentar

Nachdem Johannes Fiebag so freundlich war, den Kontakt zu Sassoon herzustellen, ergab sich ein recht gespenstischer Mailwechsel. Anstatt auf auch nur einen Punkt meiner Berechnungen einzugehen, fragte Sassoon ausschließlich danach, woher ich die Größe der Maschine von 1.8 m hätte, da er immer einen Durchmesser von 4 Metern (und eine Höhe von 5 Metern) voraussetze. Dabei scheint er nicht wahrgenommen zu haben, daß ich auf meiner Seite beide Modelle berücksichtige!


Nachdem ich ihn darauf hinwies, daß ich dieses zweite von mir verwendete Maß aus einem Artikel habe, den er selbst höchstpersönlich für die Fiebag-Brüder übersetzt hatte, in dem diese die Manna-Maschine in die Bundeslade packen wollten, antwortete er:


Sassoon, 2.8.1999:
Sehr geehrter Herr Doernenburg
Ich habe "in UNSEREN Unterlagen" geschrieben. Nicht: "In den Miss-verstaendnissen von anderen."
Zu empfehlen ist:
 
SASSOON G DALE R Die Manna Maschine Moewig, Rastatt 1979 neu erschienen Ullstein, Berlin, 1995 (ISBN 3-548-35462-9).
Mit freundlichen Gruesswen,
G.S.

??? Ägypten? Rembrandt? Die Seiten und Zitate hatte ich hier ja schon gebracht. Meine Antwort vom 2.8.1999 daher:

Hallo!
> Ich habe "in UNSEREN Unterlagen" geschrieben. Nicht: "In den Miss-
> verstaendnissen von anderen."
 
Die Gleichsetzung von Manna-Maschine <-> Gral stammt von einer von Ihnen verfassten Webseite. Die Transportmöglichkeit Manna-Maschine in Bundeslade von einer von Ihnen aus dem deutschen übersetzten Textpassage.
FD :-)

In der Folgemail stritt Sassoon ab, jemals eine Webseite zu dem Thema verfasst oder einen Artikel der Fiebags übersetzt zu haben, und endete mit einem Statement:

Sassoon, 3.8.99:
Offensichtlich hinwegsehen Sie ganz absichtlich unser Buch.
An der Webseite schreiben Sie:
"Ich versprach im Gegenzug, Sassoons Entgegnungen auf meiner Homepage zu veroeffentlichen. Ich warte gespannt ..."
 
Sassoons Antwort folgt:
[Antwort Anfang]
Es ist mir ganz klar, dass Herr Doernenburg diese Webseite ohne Bewusstsein der Existenz unseres Buches "Die Manna-Maschine" verfasst hat. Seine Schlussfolgerungen hat er aus anderen Quellen, die zum Teil falsch sind, gezogen.
 
Hoffentlich wird er die Zeit, das Buch grundlich zu lesen, finden. Nur dann wird eine sinnvolle Diskussion moeglich werden. Ich empfehle den Besuchern dieser Webseite, dieses Buch auch selbst zu lesen.
 
George Sassoon
 
Buchangaben:
 
Autoren: SASSOON,George, u. DALE Rodney
Titel: Die Manna Maschine
Hrsg.: Moewig, Rastatt, 1979, neu erschienen Ullstein, Berlin, 1995
ISBN: 3-548-35462-9
In Bibliotheken und Buchhandlungen unter diesen Angaben bestellbar.
[Antwort Ende]
 
Ich warte "gespannt" ihre Erscheinung auf Ihrer Homepage. In der Zwischenzeit, werden Sie von meinem Emailsystem ausgeschaltet.
 
Ich glaubte immer, dass deutsche Wissenschaftler ehrliche Leute waren. Sie (wenn Sie tatsaechlich Wissenschaftler sind) bringen auf ihnen nur die groesste Schande.
GS.

Tja, er muss es wohl wissen :-)

Interessanterweise hackte Sassoon ausschließlich auf Nebensächlichkeiten herum, nämlich auf dem transportablen Bundesladen-Packmodell, welches ich zusätzlich neben seinem Originalmodell betrachte, da es sich als Standard in der deutschen PS etabliert hat. Sein Modell schneidet aber, wie sei den Seiten entnehmen konnten, mindestens genauso katastrophal ab. Ich hätte daher erwartet, daß er an meinen Berechnungen etwas auzusetzen hat, daß er zum Beispiel meinen Energie- oder CO2-Bedarf oder z.B. die Konstruktionsdaten wie "Mund"-Fläche oder Röhrenquerschnitt korrigiert. Aber nichts. ich kann daraus nur den einen Schluss ziehen: Er hat's nachgerechnet und festgestellt, daß ich Recht habe :-)

Eine "funktionierende" Maschine

Wenn man die Maschine vernünftig dimensioniert, kann man tatsächlich ein Gerät entwickeln, welches für die Erzeugung von Algen geeignet ist. Die Frage ist nur, ob der Aufwand lohnt!


Licht

Das Licht ist der entscheidende Faktor, da Algenwachstum bei Energiedichten weit über dem Sonnenlicht kaum möglich sein dürfte. Außerdem begrenzt die Leistung des Reaktors (500 kW) die Lichtmenge.
Gehen wir von einem (sehr guten) Wirkungsgrad des Lasers von 20% aus, verfügen wir also über ein Potential von 100 kJ Lichtleistung. Leiten wir dies über ein Lichtleitersystem in die Reaktionskammer ein, kann man es eventuell schaffen, diese auf ungefährliche Energiedichten zu reduzieren.


Von den 100 kJ werden 14%, also 14 kJ pro Sekunde zur Photosynthese genutzt. Pro Tag also 1.2 GJ. Daraus können knapp 23 kg Algenmasse erzeugt werden, was einem Nahrungs-Brennwert von rund 66700 kCal entspricht. Genug für immerhin 33 Menschen!!


Wasser und CO2

Christian Forrer bat mich um eine weitere Berechnung: Wieviele Menschen könnte die Manna-Maschine ernähren, wenn man den unterdimensionierten Laser außen vorlässt? Da die NASA immerhin an ähnlichen Projekten arbeitet, eine durchaus legitime Frage.

Zuerst aber eine generelle Einschränkung: Eine wie auch immer geartete Maschine muss im Freien stehen, um überhaupt funktionieren zu können. Die Idee von Dale/Sassoon, das Ding habe abgeschirmt in einem Zelt gestanden, zeugt erneut von der Gedankenlosigkeit, mit der an das Problem herangegangen wurde. Ein Phänomen, was man ebenfalls häufig in der PS-Literatur vorfindet. Leider benötigen sie aber dieses Konstrukt, da in der Bibel keine Erwähnung einer Maschine vorkommt und sie daher von den Engländern zur "Geheimsache Mose" erklärt werden muss. Tja, Pech aber auch.

Die Maschine soll passiv von Wind umströmt werden, kann also nur das Wasser- und CO2-Potential der Luftmenge ausnutzen, welche auf diesem Wege die Maschine umspült. Bei einer Windgeschwindigkeit von 2 m/s (Windstärke 2) als durchschnittlicher Windgeschwindigkeit stünden zur Wassergewinnung 86400 m3, und zur CO2-Gewinnung 1.2 Mio >3m

Sassoon selbst geht von einem Wirkungsgrad bei der CO2-Aufnahem von 10 % aus, sodaß man 41 kg Pflanzenmasse pro Tag erzeugen könnte, genug für rund 60 Personen! Bei Sassoons 5 m-Monstrum, versteht sich.

Der einschränkende Faktor ist hier aber wieder das Licht, denn die 41 kg benötigen eine Lichtnutzleistung von 25 kJ/s, oder eine Wirkleistung von 180 kJ/s. Dafür bräuchte man ein Kraftwerk mit einer elektrischen Leistung im Bereich von 1000-1800 KW, was bei der Dale/Sassonschen These (thermoelektrische Gewinnung) eine thermische Leistung von 10-20 Megawatt(!) erfordert. Betrachtet man die paar Kilowatt, die z.B. in der Raumsonde Cassini mit immerhin 32 kg Plutonium erzeugt, kann man das getrost vergessen.


Fazit:

Auch wenn "eine" Manna-Maschine funktioniert, halte ich einen Einsatz dieser Konstruktion aus mehreren Gründen für ausgeschlossen:


  1. In der Bibel findet sich keinerlei Erwähnung eines solchen Geräts. Erwähnt wird lediglich eine von Israeliten gefertigten goldüberzogenen Holzkiste.

  2. Diese sogenannte Bundeslade ist aber schlicht zu klein zur Aufnahme der Maschine.

  3. Um das Fehlen der Maschine in der Bibel zu erklären, müssen Dale/Sassoon diese während ihrer Produktionsphase in einem Zelt verstecken.

  4. In einem Zelt ist nicht einmal die Mini-Version der Maschine funktionsfähig, da freie Luftumströmung zwingende Voraussetzung ist.

  5. Sämtliche "Re"konstruktionen der Manna-Maschine nehmen mittelalterliche Bibelinterpretationen als Quelle zur Hand - weil sich aus den Originaltexten der Bibel, außer einer Auslegung von Johannes, ca. 120 n. Chr, die Lade habe einen Kelch mit Manna enthalten, nichts in diese Richtung interpretierbares findet.

  6. Es wird zu einem wahrscheinlich niemals stattgefundenen Geschehen (Exodus) etwas konstruiert, das in Originalquellen nicht auftaucht und nur durch mühsame Interpretation mittelalterlicher Quellen, 2000 Jahre nach dem Geschehen entstanden, gesehen werden kann.

  7. Selbst eine funktionierende Manna-Maschine könnte nur einen Bruchteil der zurückgestutzten Mini-Bevölkerung Sassoons ernähren.

  8. Als Vollwerternährung wäre die Maschine wegen der falschen Zusammensetzung des Endprodukts (Proteinüberschuß) nicht geeignet, höchstens als Protein-Grundversorgung; und würde damit gerade einmal 1/3 des täglichen Nahrungsbedarfs liefern. Eine solche Maschine wäre allerdings in der gegebenen Situation eines möglichen Exodus ziemlich unsinnig, da gerade die Proteinversorgung durch mitgeführte Ziegen, die selbst Halbwüsten wie dem Sinai ihr Futter abtrotzen können, eh gesichert war.

Ein weiteres Paleo-SETI-Indiz das in einer kleinen Logikwolke verpufft...

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Alle Bilder und Texte © Frank Dörnenburg